KUNSTWELTEN – Sound-Projekte
In Werkstätten mit Schüler*innen entstehen Hörstücke, Klangcollagen und Podcasts.
OFFENSICHTLICH UNSICHTBAR
Eine Soundcollage von Schüler*innen der Johann-August-Zeune-Schule für Blinde und der Berlin Metropolitan School. Idee und Leitung Rolf Giegold in Zusammenarbeit mit dem Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste.
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Die baulichen Formen und architektonischen Körper, ihre farblich wie plastisch markant gestalteten Fassaden und die besonderen Materialien und Baustoffe prägen das Erscheinungsbild vieler Gebäude des Architekturbüros sauerbruch hutton. Und wie die meisten Dinge in unserem Umfeld rezipieren wir sie in erster Linie visuell. Was aber, wenn unser visueller Sinn nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung steht? Wie lassen sich Räume erfassen und über andere Sinneswahrnehmungen vermitteln?
In der Werkstatt offensichtlich unsichtbar unternahmen Schüler*innen der Johann-August-Zeune-Schule für Blinde und der Berlin Metropolitan School gemeinsam Expeditionen in die Architektur ihrer Schulen und erkundeten diese nach individuell festgelegten Forschungsaspekten. Einen besonderen Fokus legten sie dabei auf Klangaufnahmen in beiden Gebäuden, wobei der Erweiterungsbau der Berlin Metropolitan School in der Linienstraße in Berlin-Mitte, 2014 bis 2020 durch sauerbruch hutton realisiert, einen interessanten Kontrast zum 1876/1877 erbauten Gebäude der Johann-August-Zeune-Schule in Steglitz bildet.
Ihre Eindrücke zu den erkundeten Orten haben die Schüler*innen in kurze sachliche, erzählende, auch poetische Textminiaturen übersetzt, die im Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste aufgezeichnet und zu einem gemeinsamen Gedankenbild in Form einer Soundcollage verarbeitet wurden.
offensichtlich unsichtbar
Eine Stadt denken
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Modell Wir bauen Stadt anders! von Kindern der Boddin-Grundschule in der Akademie der Künste am Pariser Platz
Eine Sound-Collage von Kindern der Ebereschen-Grundschule, der Boddin-Grundschule, der Athene-Grundschule und des Canisius Kollegs, Berlin
Mit Kerstin Hensel und Rolf Giegold
Wie erleben Kinder mehrerer Berliner Stadtbezirke ihr unmittelbares Lebensumfeld, was würden sie ändern und wie stellen sie sich ihre Stadt in der Zukunft vor? Anlässlich der Ausstellung MACHT RAUM GEWALT. Planen und Bauen im Nationalsozialismus (Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 19.4. – 16.7.2023) erzählen Kinder von ihrem Kiez und von Berlin. Vor dem Hintergrund der menschenverachtenden und megalomanen Bauten und Vorhaben im Nationalsozialismus formulieren sie ihre Wünsche für eine lebenswerte Stadt. Die Soundcollage war während der Ausstellung über eine mehrkanalige Klanginstallation in dem Modell Wir bauen Stadt anders! von Kindern der Boddin-Grundschule zu hören.
Eine Stadt denken
gut. Ende
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Anlässlich der Akademie-Ausstellung Underground und Improvisation. Alternative Musik und Kunst nach 1968 (15.3. – 6.5.2018) stellten Kristiane Petersmann und Moritz Nitsche Kindern einer 4. Klasse der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule Kompositionen von John Cage vor und entwickelten gemeinsam eigene kurze Soundstücke. Unter dem Titel gut. Ende sind sie auf eine Schallplatte gepresst.
Ein ganz langweiliges Zimmer?
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Anlässlich der KUNSTWELTEN-Ausstellung On My Way – Geschichten aus Europa (1.7. – 5.9.2021 im Metall-Labor des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen) veranstalteten die Audiokünstlerin Elena Zieser und die Autorin Gesine Bey im September 2020 mit Kindern einer 4. Klasse der evangelischen Grundschule Wolfen eine Hörspielwerkstatt und ließen sich von einem Hörspiel von Anna Seghers inspirieren, das sie 1938 für ihre Tochter und ihren Sohn im Pariser Exil geschrieben hatte. Anna Seghers lässt einen Jungen in seinen Träumen mit Gegenständen und seltsame Gestalten sprechen. In dem Hörspiel der Kinder aus Bitterfeld-Wolfen geht es um Alltags- und Lieblingsgegenstände, die sie umgeben. Während der Corona-Pandemie mussten sie zeitweise in ihren „langweiligen Zimmer“ bleiben, haben vielleicht auch mit Dingen gesprochen, die sie in ihrem Stück zu Wort und Ton kommen lassen.
Ein ganz langweiliges Zimmer?
(SPIEL DIE) TÖNE VON WOLFEN
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Der Komponist und Klangkünstler Benjamin Scheuer beweist in einer mehrwöchigen Klangwerkstatt mit Kindern der 7. Klassen des Heinrich-Heine-Gymnasiums Wolfen ein weiteres Mal bewiesen, dass man komponieren kann, selbst wenn man kein Instrument spielen oder Noten lesen kann. Auf Rundgängen in Bitterfeld-Wolfen, im Gymnasium und im Kulturpalast erkundeten die Schülerinnen und Schüler die Klänge der Stadt, erklopften Geräusche und nahmen sie mit einem empfindlichen Mikrofon – wie bei einem Mikroskop – ganz nah unter die Lupe. Ihre Aufgabe, für den Kulturpalast von Bitterfeld-Wolfen Klangstationen zu schaffen, haben sie mit Bravour erfüllt.
Anlässlich des Festival OSTEN sind die Installationen noch bis zum 17. Juli 2022 im KulturPalast Bitterfeld-Wolfen zu hören und zu erleben. Weitere Informationen unter https://osten-festival.de/